Der Ablauf

Du willst vor Deinem ersten Wettbewerb wissen, wie so etwas abläuft? Hier gibt’s die Antworten:

1. Eintreffen

Du hast es geschafft, den Wettbewerbsort zu finde und es ist Samstag, ca. 9 Uhr morgens – perfekt! Noch genügend Zeit, um sich beim Wettbewerbsleiter vorzustellen, ein paar Piloten kennenzulernen, sich einen guten Platz im Pilotenlager zu suchen und ggf. einen Helfer zu akquirieren. Wenn Du am Wettbewerbsort ein paar Testflüge machen möchtest, musst du allerdings früher anreisen. Das Training auf dem Kurs findet üblicherweise am Freitag ab 16 Uhr statt. Anstatt zu Fliegen baust du erstmal ganz ruhig deine Sachen auf. Ein Tisch und ein Pavillion machen die Sache angenehm, es geht aber auch aus dem Kofferraum oder am Boden. Oder du findest einen Platz bei einem der gut ausgerüsteten Pylonpiloten. Irgendwann ertönt eine Stimme, die dazu auffordert, sich zu registrieren.

2. Registrierung

Da wo die Schlange aus Piloten ist, musst du dich anstellen und beim „Wettbewerbsbüro“ die 25 Euro Startgebühr bezahlen. Die fließt übrigens überwiegend an den veranstaltenden Verein, der einiges an Kosten für den Wettbewerb hat. Da du dich ja zum Stichtag (der Donnerstag vor dem Wettbewerb) über die Webseite für den Wettbewerb angemeldet hast, liegen deine Daten schon vor und das ganze dauert höchstes 5 Minuten.

3. Pilotenbriefing

Der Wettbewerbsleiter steht breitbeinig vor den Piloten und erzählt die Dinge, die die alten Hasen schon lange wissen. Für dich ist allerdings höchste Aufmerksamkeit geboten, da höchstwahrscheinlich die sicherheitsrelevanten Regeln sowie „local rules“, also ortsspezifische Zusatzregeln,  nochmal genannt werden. Hier kannst du auch Fragen stellen; der Wettbewerbsleiter geht jedoch davon aus, dass du dich vor dem Wettbewerb mit dem Regelwerk vertraut gemacht hast. Vor dem Briefing werden die sogenannten Starterlisten verteilt, das ist eine Tabelle aus der du entnehmen kannst, in welcher Gruppe du startest, wer dein Helfer ist und auf welcher Frequenz du fliegst. Als letztes sagt der Wettbewerbsleiter an, wann der erste Start ist.

4. Startvorbereitungen

Die Taktung der Gruppen liegt zwischen 5 und 8 Minuten. Das bedeutet, dass du beim Start der Gruppe vor deiner deinen Flieger bestücken und flugfertig machen solltest. Die Gruppen werden einzeln vom Wettbewerbsleiter aufgerufen.  Da die meisten Piloten mit 2.4 GHz unterwegs sind gibt es keine Senderabgabe mehr. Wenn du 35 MHz fliegst musst du jedoch sicherstellen, dass kein anderer Pilot deinen Kanal hat bzw. dich absprechen, bevor du den Sender einschaltest. Wenn Deine Gruppe aufgerufen wird, heißt es mit deinem Helfer und dem Flieger raus auf den Platz – Helm nicht vergessen!

5. Start frei

Im Kurs suchst du dir erstmal einen guten Standort, irgendwo zwischen Startlinie und den Breitpylonen. Dann heißte es aus Richtung Wettbewerbsleiter „Wird identifizieren auf Rot <Name>„,“….Gelb <Name>“, …“…Blau <Name>“. Wenn dein Name ertönt, hält dein Helfer den Flieger hoch und dreht ihn einmal um die Längsachse. Das hat den Sinn, den Zeitnehmern und Winkern die dir zugeordnet sind zu zeigen, wie dein Flieger aussieht. Deine Farbe solltest du dir gut merken. Gleich darauf erschallt das Kommando „Start frei Rot,….Start frei Gelb, ….Start frei Blau“. Wenn der Start für deine Farbe freigegeben wird, wirft dein Helfer den Flieger ab und los geht’s.

6. Das erste Rennen

Du fliegst konzentriert um die Pylone, dein Helfer sagt dir je nach Absprache aber mindestens, wann du die Pylon-1 Line passiert hast, damit du wenden kannst. Dabei hat der Helfer den Blick i.d.R. auf den Winker gerichtet und schreit dir „Einleiten, ….RUM“ zu. „Einleiten“ bedeutet, dass du den Flieger ins Messer drehen sollst, bei „RUM“ musst du blitzschnell das Höhenruder durchziehen und eine 180Grad Wende fliegen. Du darfst nicht unterhalb der Pylone und auf kleinen Fall über die Sicherheitslinie fliegen. Wenn du 10 Runden absolviert hast bekommt dein Helfer über die Turnlights angezeigt das das Rennen vorbei ist und wird dir das mitteilen. Dann musst du den Kurs  nach oben verlassen um keinen anderen Teilnehmer zu behindern.

7. Landung

Du baust erst mal die Geschwindigkeit ab und wartest das dein Helfer dir sagt dass auch die anderen Teilnehmer ihr rennen beendet haben. Dann baust du die Höhe ab und teilst dir den Landeanflug ein. Achten musst du nur auf andere, schon gelandete Flieger und den Pylon 3, der oft irgendwo im Landebereich rumsteht. Dein Helfer wird dir bei der Einweisung helfen. Wenn der Landeanflug nicht passt, kannst du durchstarten und erneut anfliegen.

8. Wertung

Der Rückweg zum Pilotenlager wird einem durch die Durchsage der Ergebnisse des letzten Flugs versüßt. Du erfährst wie deine Zeit war und ob du Cuts geflogen hast. Einen Cut kann man noch verschmerzen, zwei oder mehr Cuts in einem Rennen bedeuten jedoch die wertungsmäßige Höchststrafe in Form von 200 bzw. 300 (Limited) Punkten.

9.  Der weitere Ablauf

Die Punkte 4 bis 8 wiederholen sich jetzt 6-8 mal am Samstag und noch 2-5 Mal am Sonntag, je nach Wetter. Dazwischen gibt es eine Mittagspause mit Grillfleisch und anderen Leckereien, sowie weitere Unterbrechungen durch wahlweise Regen, Sturm, Modellbergungsaktionen, Reflights (Wiederholung von Rennen) etc. Pylon Wettbewerbe sind am Sonntag immer um ca. 13 Uhr zu Ende, um ca. 14 Uhr findet die Siegerehrung statt. Samstag Abends sitzt man gemütlich in der ortsansässigen Gastronomie oder am Platz beim Feuerchen zusammen.